DAS STUDIENSEMINAR AM CSG AUSBILDUNG FÜR DIE ZUKUNFT DER SCHULE

Das Christoph-Scheiner-Gymnasium ist eine sogenannte Seminarschule, d.h. es bildet seit vielen Jahren angehende Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Bayern in den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch, Geschichte, Katholische Religionslehre und Russisch aus. Die jungen Kolleginnen und Kollegen durchlaufen dabei drei Ausbildungsabschnitte: zwei davon, den ersten und den dritten, an der Seminarschule, den zweiten an einer oder zwei Einsatzschule(n). Der erste Ausbildungsabschnitt beginnt mit Hospitationsstunden und Lehrversuchen, ehe nach den Allerheiligenferien der erste große Schritt in die Selbständigkeit ansteht – die Referendarinnen und Referendare übernehmen zu diesem Zeitpunkt jeweils eine Klasse in jedem ihrer zwei Fächer und unterrichten diese durchgängig, werden aber weiterhin von einer erfahrenen Lehrkraft betreut. Gleichzeitig werden sie in den allgemeinen Fächern Schulkunde, Grundfragen der staatsbürgerlichen Bildung, Pädagogik und Psychologie ebenso wie in der Methodik und Didaktik ihrer Unterrichtsfächer in den sogenannten Fachsitzungen ausgebildet. Die erste große Prüfung dieses Ausbildungsabschnitt es findet in Form einer Lehrprobe statt , bei der eine Unterrichtsstunde durch eine Prüfungskommission beurteilt wird. Für den zweiten Ausbildungsabschnitt werden die jungen Kolleginnen und Kollegen in die „Freiheit“ entlassen: Sie unterrichten nun eigenverantwortlich nicht mehr an der Seminarschule, sondern an einer Einsatzschule. Dort werden Referendarinnen und Referendare im Umfang von bis zu 17 Unterrichtsstunden eingesetzt – der Schwerpunkt liegt also eindeutig auf der Praxis. Während des Einsatzjahres findet eine weitere Prüfungslehrprobe statt.

Schließlich kehren die jungen Lehrkräfte für den dritt en Ausbildungsabschnitt an ihre Seminarschule zurück, um ihre Ausbildung abzuschließen. Sie übernehmen nun wieder jeweils eine Klasse pro Unterrichtsfach. Neben einer dritt en Lehrprobe stehen noch mündliche Prüfungen in den allgemeinen Fächern ebenso wie in Didaktik und Methodik der beiden Unterrichtsfächer an. Dann ist das zweite Staatsexamen endlich geschafft!

Wie hier deutlich wird, ist der Weg dahin lange und beschwerlich. Die geringe Erfahrung, auf die Referendarinnen und Referendare gerade am Anfang ihrer Ausbildung zurückgreifen können, macht den Einstieg nicht unbedingt leichter, zumal Eltern wie Schülerinnen und Schüler den jungen Kolleginnen und Kollegen nicht selten mit einer gewissen Skepsis begegnen. Tatsächlich findet die Ausbildung junger Lehrkräfte in Bayern im nationalen und insbesondere im internationalen Vergleich aber auf einem sehr hohen Niveau statt . Entsprechend können die anfänglichen Zweifel meist sehr schnell beseitigt werden, zumal die jungen Lehrkräfte durch ihre jugendliche, schülernahe und motivierende Art ihre Klassen in der Regel innerhalb kurzer Zeit in ihren Bann ziehen. Wir Ausbilder beobachten die Entwicklung der uns anvertrauten Referendarinnen und Referendare mit großer Freude. Leider haben sich die Einstellungschancen gerade in den letzten Jahren aber dramati sch verschlechtert, sodass in manchen Fällen selbst absolute Spitzenkräfte kein Angebot vom Staat erhalten haben. Wir können nur hoffen, dass sich diese äußerst unbefriedigende Situation schnell wieder ändert und die jungen Kolleginnen und Kollegen am Ende nicht mit leeren Händen dastehen.

Einige Bildimpressionen finden Sie hier in unserem Newsletter.

(Alfons Völkl)