Die Jury war sich nicht immer einig

Doch Aufführung des Christoph-Scheiner-Gymnasiums überzeugt bei den Theatertagen

Ingolstadt (DK) Acht Theaterstücke gingen im Rahmen des Ingolstädter Schultheater-Festivals an drei Tagen über die Bühne. Es war eine Mischung aus Komödien, Dramen, selbst geschriebenen Stücken und Klassikern. Im Publikum saßen hauptsächlich Jugendliche, die in einem der anderen Stücke mitgespielt haben.

Hier die Meinungen von Jugendlichen zu den Theaterstücken: Den noch sehr jungen Darstellern der Hauptschule an der Lessingstraße gelang die Aufführung des „Gestiefelten Katers” zwar ohne Textschwierigkeiten, das Stück kam aber im Anspruch und Schweregrad an die meisten anderen nicht heran. Die Inszenierung ist etwas für Kinder, aber nicht für Jugendliche.

Die Vorstellung „Vom Fliegen”, geschrieben und aufgeführt von der Realschule Weißenburg, hatte mehr von einer Akrobatiknummer als von einem Theaterstück, da es größtenteils aus Choreografien bestand. Da diese allerdings nahezu perfekt waren, kann man von einer gelungenen Aufführung sprechen.

„Der Bauer als Millionär”, ein Zaubermärchen des Gymnasiums Wolnzach, stellte sich als humorvolles Stück heraus, in dem es darum geht, dass Geld nicht alles im Leben ist. Herausragend waren die aufwendigen Kostüme.

Das Liebesdrama „Liebelei”, inszeniert vom Gabelsberger Gymnasium Mainburg, war sehr anspruchsvoll und wurde von den Darstellern gekonnt umgesetzt. Jasmin Kamann erhielt wegen ihrer herausragenden schauspielerischen Leistung zu Recht den Preis als beste Nebendarstellerin. Dieses Theaterstück war eindeutig ein Höhepunkt des Theaterfestivals.

Die Theatergruppe „Lampenfieber junior” Abensberg unter der Leitung von Angelika Süss präsentierte das Jugendstück „Wer mit Wem”. Hier versuchen Frühpubertierende auf verschiedene Arten, das andere Geschlecht zu beeindrucken. Bei den Jugendlichen kam das Stück weniger gut an, da die Rollen mit viel zu jungen Darstellern besetzt waren. „Das Stück hat mir einerseits gefallen, weil es an vielen Stellen lustig war, andererseits war es teilweise unlogisch und für die Kinder absolut ungeeignet”, meinte Michael (15).

Ein weiterer Höhepunkt des Festivals war „Die chinesische Nachtigall”, aufgeführt von der Berufsfachschule Marienheim. Mit viel Humor und originellen Ideen schafften es die Jugendlichen, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. „Ich fand die Aufführung super, da es eine schöne Mischung aus ernsthaftem Schauspiel und humorvollen Passagen war. Auch die Musik und die Tatsache, dass es mehrere Hauptfiguren gab, hat mir sehr gefallen. Nicht so toll fand ich die langen Wartepausen zwischen den einzelnen Szenen, “ sagt Jutta (19).

Der „Tod eines Handlungsreisenden”, aufgeführt vom Gnadenthal-Gymnasium, war das anspruchsvollste Stück der Theatertage. Es bleibt die Frage offen, ob die Handlung Jugendliche interessiert.

Doch das Beste kam zum Schluss. So brachte das Christoph-Scheiner-Gymnasium mit seinem Stück „Es war einmal ein Märchen..:” eine hervorragende Leistung. Die Aufführung, die auf dem Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge” basiert, erhielt zu Recht den Festivalpreis. Die Schauspielgruppe schaffte es, das Märchen in die Gegenwart zu bringen und sprach die Jugendlichen mit alltäglichen Themen optimal an. Esther (14) meinte dazu: „Das Stück hat mir sehr gut gefallen, da es total lustig war, die Schauspieler viele eigene Ideen mit eingebracht haben, und es super gespielt wurde”.

Andrea Saame (16), ein Mitglied der Theaterjury, in der auch zwei Mitglieder der Jugendredaktion saßen, fand es sehr schwer, eine Entscheidung zu treffen. „Wir waren uns nicht immer einig, da einem die Stücke viel zu denken geben. Die Aufführung des Christoph-Scheiner-Gymnasiums hat unserem Wunschbild als Theaterstück entsprochen. Die Schauspieler haben mit ihrem Stück alle Voraussetzungen für das Schultheater-Festival erfüllt. Dass das Event erstmals im Theater stattfand, war von großem Vorteil, da die Atmosphäre der richtigen Theaterwelt entsprach und die Darsteller der einzelnen Theatergruppen die Aufführungen der anderen kostenlos besuchen konnten. Somit fand ein Erfahrungsaustausch zwischen den Kindern und Jugendlichen statt - und das war ja das Ziel.

Vicky Baum (16)