Eine Verbeugung vor den Opfern

Gunter Demnigs „Stolpersteine“ erinnern seit gestern an vertriebene und ermordete Ingolstädter

Ingolstadt (sic) Die Stadt ist die 738. Kommune Europas, in der Gunter Demnigs „Stolpersteine“ an geflohene und von den Nazis ermordete Bürger erinnern. Gestern verlegte der Künstler Steine in der Altstadt – zum Auftakt vor applaudierendem Publikum.

Die vier Gedenksteine für die Familie Loewenfels ruhtenkaum am Paradeplatz 5 im Pflaster, da räumte der Künstler mit Vorurteilen auf. Zunächst: Von wegen Routine! „Nach 34000 Steinen kann ich das mit dem Verlegen natürlich, doch ich treffe an jedem Ort auf neue Schicksale und neue Menschen.“ Und: „Von wegen, das Thema Nationalsozialismus kommt jungen Leuten zu den Ohren raus“, erzählte Gunter Demnig. „Ich erlebe überall das Gegenteil.“ Das hörten die Initiatoren der Ingolstädter  Stolperstein“-Aktion, Schüler des Scheiner-Gymnasiums, gerne. „Drum soll uns das Leid der Opfer immer wieder bewusst werden, wenn wir über die Steine stolpern“, so erklärte Raphael Kürzinger die Bedeutung der kleinen Mahnmale. In München wurden die Stolpersteine nach Protesten der jüdischen Gemeinde entfernt.Vielleicht dachte Demnig daran, als er anfügte: „Man trampelt nicht auf Opfern rum! Vielmehr muss man sich beim Blick auf die Steine vor ihnen verbeugen.