Irland - Nordirland - und globale Probleme

Für das Exkursionsprojekt "Irland" hatten sich die 34 Schülerinnen und Schüler intensiv vorbereitet, auch auf die Hintergründe des Nordirland-Konflikts. Die Eindrücke und Gefühle wirkten allerdings noch intensiver auf den Betrachter vor Ort ein. So war man während der einwöchigen Exkursion immer wieder mit drei großen Problemen konfrontiert, die auch global in den Schlagzeilen sind: Menschenrechte, Gewalt sowie Hunger und Armut

Ein Schwerpunkt waren die Peace Lines oder Peace Walls, die ab 1969 zunächst in den durch Segregation gekennzeichneten Wohnvierteln der Shankill Road und Falls Road errichtet wurden, als Provisorium gedacht waren, aber auch noch nach dem Friedensabkommen von 1998 in weiteren Stadtteilen, in einer Länge von über 20 km, gebaut wurden. Noch heute gibt es keine Bevölkerungsmehrheit für eine Beseitigung dieser Friedenslinien. Eine ausführliche Stadtführung durch einen Zeitzeugen entlang der über 10 m hohen Absperrungen machte die Exkursionsteilnehmer mit den vielschichtigen Hintergründen dieser nordirischen Vergangenheit in beeindruckender Weise vertraut.

In Nordirland wurden gerade in der Exkursionswoche die royalistischen Flaggen gehisst, ganze Straßenzüge damit geschmückt, und die Stapel aus Holzpaletten und anderen brennbaren Materialien für die Bonfires zum 12. Juli errichtet, zum Gedenken an den Sieg in der Battle of the Boyne am 11. Juli 1690, der vor allem von den royalistischen Traditionsverbänden mit jährlichen Paraden und Märschen gefeiert wird - und dies auch noch nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg und trotz des Friedensabkommens von 1998 (Good Friday Agreement). 

Künstlerisch hervorragend gestaltete Murals (Wandgemälde) sollen die Betrachter auf international umstrittene politische Themen oder berechtigte Forderungen hinweisen. Unsere Schüler notieren auch ihre Wünsche an der Wand. Die Bildershow zeigt, wie auffällig und kreativ Konfliktthemen in Belfast mit visuellen Mitteln dargeboten werden. Durch Angebote für Aktivitäten in Sport und Kunst soll die nachwachsende Generation wieder versöhnt werden.

Ein Garten der Versöhnung - Garden of Reconciliation - in Sichtweite vom überdimensionierten Parlament, dem Stormont, soll zum friedlichen Miteinander weltweit, nicht nur in Nordirland, mahnen. Steine erinnern an geteilte oder zerstörte Städte wie Berlin, Jerusalem und Hiroshima und mahnen zum Frieden. Das Denkmal ist ein Geschenk der Coventry Cathedral und steht in ähnlicher Form auch in Berlin und Hiroshima.

Das Thema Menschenrechte wurde den Schülern in Dublin am Denkmal Universal Links For Human Rights vor Augen geführt. Besonders beeindruckend war das Famine Monument (Hungerdenkmal) am Fluss Liffey, das ausdruckvoll auf die Hungerjahre (Great Famine) von 1845-1852 hinweist, wo Ernteausfälle (Potato Famine) und Krankheiten (Typhus, Cholera) zu einer Massenemigration der Iren führten, vor allem nach Nordamerika, Australien, Neuseeland und England. Von 70-80 Millionen Iren weltweit leben heute nur ca. 7 Mio. auf der irischen Insel. Der Human Rights and Poverty Stone unmittelbar daneben erinnert an den Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut, der 1992 von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde und seitdem jährlich am 17.Oktober als UN-Gedenktag mit hoher Priorität begangen wird.

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