Probeessen vom Kloster Plankstetten

Ingolstadt (smr) Winni Werthner, der Hausmeister des Christoph-Scheiner-Gymnasiums, eröffnete 1989 Ingolstadts erste Schulkantine: Dort wird frisch gekocht, bis heute. „Leider gehen aber viel zu wenig Essen raus”, so Werthner. Über 1200 Schüler besuchen das Scheiner, doch mehr als zehn bis 15 Mahlzeiten werden nicht bestellt - trotz eines Preises von unter drei Euro.

Seit geraumer Zeit schon bemüht sich am Scheiner der Arbeitskreis Gesundheit und Umwelt zusammen mit dem Elternbeirat, den Kindern vollwertiges Essen schmackhaft zu machen - mit großem Erfolg. So gibt es beispielsweise zwei Mal im Monat Müsli. „Vor einem Jahr haben wir mit 60 Schülern angefangen, jetzt sind es über 200”, sagt Carmen Cresis-Prochatzka vom Elternbeirat. Ermutigt von diesem Erfolg soll nun ein weiteres Projekt in Angriff genommen werden - auch mit Blick darauf, dass Werthner im Herbst 2009 seinen Hausmeisterdienst beenden wird: Den Schülern soll ein Mittagessen aus regionalen und saisonalen Produkten angeboten werden, am besten in Bio-Qualität.

Ein Probelauf mit Kost aus dem Kloster Plankstetten stieß auf große Resonanz: Im Schnitt 100 Kinder ließen sich Gemüselasagne, Pizza aus Dinkelvollkornmehl sowie Fleischpflanzl mit Bratkartoffeln schmecken - zu einem vergünstigten Projektpreis von 3,50 Euro. „Die Kinder sind inzwischen an drei Nachmittagen in der Schule, da muss man sich etwas Vernünftiges überlegen. Denn zu Pizza und Pommes kommen ja noch die ungesunden Getränke, Süßigkeiten und der Bewegungsmangel”, meint die Elternbeirätin. Mit Begriffen wie „gesund" oder „Bio" dürfe man den Kindern freilich nicht kommen, das sei „uncool". Cresis-Prochatzka: „Wir lassen das deshalb nicht so raushängen, sondern verkaufen es mehr spielerisch.”