Liebe Leserinnen und Leser!

Schulen werden eigentlich nicht alt, sondern nur erfahrungsreicher und bestenfalls altehrwürdig. Jung bleiben sie immer, denn die, die dort lernen, sind immer aufs Neue junge Menschen.

In diesem Spannungszustand feierte das Christoph-Scheiner-Gymnasium Ingolstadt das Jubiläum seines Altbaus vor den Toren der Stadt am Ufer der Donau. Gemeinsam mit vielen Ehrengästen und in einem stimmungsvollen Rahmen gelang eine erlebnisreiche Feier, umsichtig und kreativ von einem Team um Schulleiter Gerhard Maier vorbereitet und organisiert.

Der Newsletter berichtet gerne davon in dieser Sonderausgabe und gratuliert auch selbst "der Schule" zu dieser Feier und der Scheinerfamilie zu diesem baulichen Juwel.


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CSG-Newsletterer

Gerh.-Gg. Krainhöfner, D. Schneeweis, G. Hanauska und J. Melzer

Aktueller Stand unserer Interessenten:
1793 Abos (23.10.2012)

Lesen, hören und sehen Sie dazu die Beiträge von DONAUKURIER und INTV zum 100sten Jubiläum "Schule am Hartmannplatz"!

100 Jahre Schule am Hartmannplatz am 15.10.2012

Musikalische Umrahmung durch ...

Begrüßung der Gäste in der Turnhalle der früheren Königlich-bayerischen Ludwigsrealschule

Als Ehrengäste wurden von StD C. Schredl eingangs vorgestellt: Christoph Scheiner, Entdecker der Sonnenflecken, und dessen Schüler Johann Baptist Cysat (dargestellt von Mitgliedern der Gruppe "Formotion"):

"Lieber Herr Scheiner, obwohl Sie erst seit 1960 der offizielle Namenspatron unserer Schule sind, stehen Sie bereits seit 100 Jahren vorne auf dem Südbalkon am Hartmannplatz und inspirieren als Mathematiker und Astronom unsere pädagogische und wissenschaftliche Arbeit. Vielen Dank für Ihre Treue und auf eine gute gemeinsame Zukunft!"

Begrüßungsliste des Stv. Schulleiters C. Schredl:

Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann

Bürgermeister Sepp Mißlbeck

Kulturreferent Gabriel Engert

Leiter Schulverwaltungsamt Wilhelm Schelchshorn

Leiter Hochbauamt Gabriel Nißl

Hochbauamtskoordinator Reinhold Betz

OStD a. D. Rainer Maria Rupp mit Gattin

OStD a. D. Dr. Peter Bergmann mit Gattin

viele Schulleiter anderer Ingolstädter Schulen

Elternbeiratsvorsitzende Marion Schiller

Freundeskreis-Vorsitzender Günther Menig

Schulmarketingleiter Sparkasse Hermann Laube

Schülersprecher mit Vertretern der SMV

Schülerzeitungsredakteure

Kolleginnen und Kollegen

Egmar Gäßler, Absolvent der Schule (sein Vater gehörte 1912 als Fünftklässler zu den ersten Schülern im neuen Schulhaus)

Walter Killermann, Sohn des ersten Schulleiters der königlich bayerischen Ludwigsrealschule am Hartmannplatz Dr. Anton Killermann (1870 - 1962) , von 1974 bis 1984 ständiger Vertreter des Direktors am Willibald-Gymnasium Eichstätt

Monsignore Dr. Stefan Killermann (* 1956), Enkel des ersten Schulleiters, Domkapitular der Diözese Eichstätt

StD C. Schredl schloss seine Rede:

"Man muss seine Geschichte immer wieder neu erobern, um sie sich zu eigen zu machen. Das tun wir mit dem heutigen Abend, voller Freude über 100 Jahre Geschichte und 100 Jahre Leben in diesem Haus. Und so gilt uns allen und der gesamten Schulfamilie mein Wunsch: ad multos annos - auf noch viele glückliche und fruchtbare Jahre in der Schule am Hartmannplatz."

OB Dr. Lehmann: prägende Kraft

In seiner launig-erfrischenden Rede, in der er durchaus wusste, die Leistungen der Stadt Ingolstadt für Bildungsausgaben ins rechte Licht zu setzen, bekam Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann für seine „despektierlichen Gedanken“ Szenenapplaus, als er sich nämlich lobend mit dem zeitlos gelungenen Baustil des hundertjährigen Gebäudes beschäftigte. Dieses könne sich heute noch der Zustimmung der Menschen erfreuen, wohingegen manche internationalen Architektur-Preisträger dies nicht – und schon gar nicht so lange -  schafften.

Das Stadtoberhaupt gestand den Schulen Ingolstadts „prägende Kraft für die Gesellschaft“ zu, wie sie nur noch im Elternhaus geboten werden könne. Die "dreistelligen Millionen-Summen" der Stadt seien deshalb hierfür optimal investiert, zumal die „Bewältigung der Zukunft“ dank der sehr gut aufgestellten Ingolstädter Schullandschaft vor Ort in guten Händen liege.

Wenn vor 100 Jahren der städtische Bau bereits vorbildlich für andere Schulgebäude in Bayern galt, die aktuellen Maßnahmen gegen Feinstaubimmissionen im Klassenzimmer seien am Scheiner wohl wieder bahnbrechend, so Dr. Lehmann. Man dürfe gespannt sein, wie sich dieses Zukunftsprojekt im Interesse der Schüler- und Lehrergesundheit entwickle.

Elternbeiratsvorsitzende M. Schiller: Exklusivität der Schule an der Donau

Für den Elternbeirat und die Elternschaft des CSG richtete Vorsitzende Marion Schiller das Wort an die festliche Versammlung.

Ihrer Meinung nach rücke das Jubiläum "das Gebäude auch wieder in das Bewusstsein und den Focus der städtischen Öffentlichkeit". Ein modernes Bildungsinstitut in einem -zumindest in Teilen- historischen Gebäude sei kein Widerspruch, "sondern der sichtbare Ausdruck einer Tradition, die es zu erhalten und den Anforderungen einer zeitgemäßen Wissensvermittlung anzupassen gilt."

Ziel müsse es sein, "sozusagen ein junges Herz in einem älteren Gebäudekörper schlagen zu lassen."

Und noch etwas fiel ihr auf: "Vor dem Hintergrund der im Moment so hochaktuellen Diskussion um eine verstärkte eventmäßige  aber auch  architektonische Zuwendung der Innenstadt zur Donau darf darauf hingewiesen werden, dass das Scheiner -Gymnasium auf der gesamten Uferfront das einzige repräsentative Gebäude ist, das sich eindeutig dem Fluss zuwendet, sich zur Donau hin orientiert."

Freundeskreisvorsitzender G. Menig: "Hundertjährige…… im Trend!"

Für CSG-Freundeskreis-Vorsitzenden Günther Menig war der festlich-vergnügliche Abend Gelegenheit, Internas aus der Baugeschichte und den eigenen Schülertagen zum Besten zu geben. Zu den herausragenden Beiträgen im Jubiläumsjahr zählte er auch den Luftballonwettbewerb der neuen Schüler am ersten Schultag, mit dem "zu Ehren des Jubilars Altbau" der Neuanfang weithin verkündet werden sollte: "Die Sieger dieses Ballonwettbewerbs, die Ende des Monats feststehen werden, bekommen vom Freundeskreis Büchergutscheine."

Und auch einen neuen Wettbewerb kündigte er an: "Wir finden es einen günstigen Zeitpunkt, jetzt, da der Altbau in neuem Glanz erstrahlt, die Schüler dazu zu ermuntern, sorgsam auf die Sauberkeit im Haus zu achten. Gedacht ist daran, jeweils eine Klasse pro Jahrgang als Sieger in Punkto Sauberkeit auszuzeichnen."

Schulleiter G. Maier: " Zierde der Stadt und Freude der Lehrer und Schüler"

Mit historischen Anekdoten gewürzt war die festliche Ansprache des Schulleiters. Er entführte die Anwesenden zunächst auf eine Zeitreise zum Einzugstag am 18. September 1912:

"326 Buben versammeln sich ehrfürchtig im Hof ihrer neuen Schule am Ufer der Donau. Voller Erwartung und Neugier blicken sie auf das Schulgebäude, das sie gleich betreten werden. Sie werden von Ihrem Rektor, Dr. Anton Killermann, empfangen (…), der seinen Schülern an so einem feierlichen Tag selbstverständlich in seiner Amtsuniform gegenübertritt, d.h. mit Degen und Zweispitz. (…) Besonders gespannt und aufgeregt sind natürlich die Erstklässler, die sich auf zwei Klassen mit (...) jeweils 45 Schülern verteilen."

Aus der Perspektive der Zeitgenossen schwangen Stolz und Begeisterung mit, wenn der Neubau beschrieben wurde. So im Jahresbericht damals Königlicher Professor Anton Grüb: „Mächtig erhebt sich der Bau am Südwestrande der Stadt, so nahe am linken Ufer der Donau, dass sich seine edlen Formen fast in ihren Fluten spiegeln können. Ohne Überladung, ohne Prunk, überall vornehme Einfachheit und stilgemäße Anpassung an die Umgebung… geradezu überwältigend.“ Ein Gebäude, "das bei weiser Sparsamkeit dennoch allen modernen Anforderungen in hygienischer und schultechnischer Beziehung entsprechen, eine Zierde der Stadt und die Freude der Lehrer und Schüler werden sollte.“

"Dank der immer großzügigen Unterstützung durch die Stadtväter" fiel die Liste der Stationen schulischer Entwicklungen und Bautätigkeiten umfangreich aus. (siehe Kasten)

Natürlich ließ es sich Schulleiter Maier nicht nehmen, dem Oberbürgermeister der Stadt, dessen Stadtrat und Verwaltung gebührend zu danken. Er verband dies mit einem Appell für alle zukünftigen Projekte:

"Nur mit einer zeitgemäßen und modernen Ausstattung,  sowohl technisch auf der Höhe als auch dem Lernen in jeder Hinsicht förderlich, können wir die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen adäquat auf die heutige Gesellschaft und die globalisierte Welt vorbereiten. Nur mit einer ansprechenden und anregenden Lernumgebung können wir dafür Sorge tragen, dass sich Schüler und Lehrer im Schulhaus wohlfühlen und effektiv arbeiten können. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann nicht nur die Stadt auf ihre Bildungsstätten stolz sein, sondern Schule ist vor allem auch ein Ort, an dem Bildung erfolgreich und nachhaltig gelingen kann."

Und selbstverständlich dankte Oberstudiendirektor Maier neben den Mitgestaltern der Feier und des Rahmens auch jenen herzlich, "die dieses Gebäude tagtäglich mit Leben erfüllen: den Schülerinnen und Schülern, vor allem aber auch meinen Kolleginnen und Kollegen, die sich mit viel Engagement dafür einsetzen, dass wir nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch den Charakter bilden. Ebenso bedanke ich mich beim Elternbeirat für die sehr konstruktive Zusammenarbeit und beim Freundeskreis für die finanzielle und ideelle Unterstützung."

Schulleiter Gerhard Maier: Einige wichtige Stationen seit 1912

Ø 1913 erhält die Schule den Namen „Königliche Bayerische Ludwigs-Realschule mit Handelsabteilung“ (der Namensgeber war der spätere König Ludwig III)

 

Ø 1923 erfolgt die Aufstockung zur Oberrealschule mit Abiturfähigkeit

 

Ø 1957 wurde der Zwischenbau zunächst mit Flachdach entlang der Stadtmauer angegliedert

 

Ø 1960 wird die Schule in Christoph-Scheiner-Oberrealschule umbenannt

 

Ø 1965 kommt es schließlich zur Umwandlung in Christoph-Scheiner-Gymnasium Ingolstadt

 

Ø 1977 folgte die Fertigstellung des damals Kollegstufenbau genannten Gebäudes im Schulhof und der dahinter gelegenen Zweifach-Turnhalle,

 

Ø 1989 wurde der Altbau generalsaniert, der Zwischenbau aufgestockt und die naturwissenschaftlichen Fachräume neu gestaltet.

 

Ø 2005 waren neue Räumlichkeiten und die Bibliothek in der so genannten Poterne bezugsfertig.

Erster Schulleiter an unserer königlich bayerischen Ludwigsrealschule am Hartmannplatz war Herr Dr. Anton Killermann (Bild auf der Staffelei hinter seinem - originalen - Schreibtisch), links und rechts von ihm: seine Nachfahren!

Links: Herr Walter Killermann, Sohn unseres ersten Schulleiters, selber im Schuldienst gewesen und stellvertretender Direktor am Willibald-Gymnasium Eichstätt mit Ehefrau Irmgard

Rechts: der Enkel unseres ersten Schulleiters, Herr Monsignore Dr. Stefan Killermann, Domkapitular der Diözese Eichstätt

Ausstellung zur Schulgeschichte im Raum 222

Auf großen Leinwänden: Fotos der Schulgeschichte ab 1910:

Zur ausführlichen Chronik des Scheiners gelangen Sie hier. Falls Sie mehr über die Person Christoph Scheiner erfahren möchten, klicken Sie hier.

Hier finden Sie den Bericht des Donaukuriers: "Da strahlen selbst die Sonnenflecken".

Ein Video von Herrn Pöhler zum Ausklang eines äußerst gelungenen Festaktes und einer beeindruckenden Ausstellung - das Scheiner im Jahr 2012:

© Stephan Pöhler, abgerufen am 03.10.2012

 

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f.d. Redaktion

J. Melzer

Scheinerlehrer

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