Statt Unterricht: Arbeiten in China

Am Scheiner-Gymnasium werden Schülern Auslandspraktika vermittelt

Von Cordelia Hiller

Ingolstadt (DK) Das Kooperationsprojekt „Zukunft(s) bewegt” von Scheiner-Gymnasium und Audi-Akademie, das die Schule enger mit der Wirtschaft verknüpfen soll, trägt erste Früchte. Es gibt nun einen Chinesischkurs, und die beiden ersten Kollegstufenschüler sind vom Praktikum im Ausland zurück.

Sebastian Graf hat während seines dreiwöchigen Aufenthalts in Milwaukee viel gelernt. Zum Beispiel über die Arbeitsbedingungen in Amerika. Und dies ist :ganz im . Sinne seiner Schule, an der der 18-Jährige ein wahrer Pionier ist. Er ist einer der ersten, der am Christoph-Scheiner-Gymnasium für ein Praktikum im Ausland ausgewählt wurde. Voraussetzung dafür waren Eigeninitiative und Engagement, die Noten spielten keine Rolle. „Wir wollen unsere Schüler zukunftsfähiger machen”, sagt Schulleiter Peter Bergmann. Dazu gehörten heutzutage Auslandserfahrung - und der frühe Einstieg in die Wirtschaft. Die Schule selbst hat Sebastians Auslandsaufenthalt organisiert, die Kosten von rund 1000 Euro musste der Schüler selbst aufbringen.

Aber es gibt auch Praktika, bei denen der Schule Wirtschaftspartner unter die Arme greifen. Wie zum Beispiel die Firma Misslbeck, die die Entsendung eines Schülers nach China organisierte und finanzierte. Der 19-jährige Dennis Schwedhelm, der das Angebot schon nutzen konnte, kam sogar mit ein paar Brocken Chinesisch zurück. Michael Misslbeck - ein Absolvent des Scheiner-Gymnasiums - verspricht sich von dem Projekt, schon früh viel versprechende Leute für sein Unternehmen zu begeistern.

Das gleiche Ansinnen hat Kurt Roßner, dessen Unternehmen EADS Defence Electronics ebenfalls ein Praktikum arrangiert hat. Im April 2008 soll die 17-jährige Julia Schwendner, bei einem Joint-Venture-Partner in Russland hospitieren. Ihr Einsatzgebiet: Amphibienflugzeuge, zu Land und Wasser gleichzeitig einsetzbar.

Im nächsten Schuljahr will das Gymnasium sein Praktikumsangebot für Schüler ab der elften Jahrgangsstufe um die Länder Spanien, England, Frankreich erweitern. Außer dem will man einen Antrag ans Ministerium stellen, eine Schwerpunkt-Schule für Chinesisch zu werden.