Thema Mobbing

Streitschlichter können helfen

Ingolstadt (DK) Prügeleien unter Schülern, Pöbeleien und brutale Attacken gegen Lehrer - das scheint in Großstädten auf der Tagesordnung zu stehen. Deshalb wollten vier Schülerinnen des Christoph-Scheiner-Gymnasium herausfinden, ob es auch an ihrer Schule Gewalt gibt. Sie sprachen mit ihrem Direktor und befragten Schüler und Lehrer dazu.

Mobbing an Schulen - eine Sache, die es laut dem Direktor des CSG, Peter Bergmann, schon immer gegeben hat. Durch die Vielfalt an Medien haben sich die Möglichkeiten erhöht, seine Mitmenschen zu belästigen. „Früher waren es Zettel, jetzt geht es über das Internet”, so Bergmann. Er fügt hinzu: „Heute werden die Schüler und Schülerinnen täglich mit Gewalt konfrontiert. In DVDs, Computerspielen und im Fernsehen ist dies ganz normal.”

Doch nicht nur in deutschen Schulen gibt es Mobbing. Bergmann, der zuvor an einer spanischen Privatschule beschäftigt war, sagt, es herrschte auch dort Gewalt, wenn auch nicht in so hohem Maße wie an einer staatlichen Schule. Man könne aber keinen Unterschied zwischen Arm und Reich machen. Jedoch gibt es teilweise berechtigte Vorurteile gegenüber Hauptschulen in Spanien. Dort herrsche Chaos. Lehrer erhielten sogar Morddrohungen. „Oft ist den Schülern und Schülerinnen nicht klar, was das eigentlich heißt. Einige schreiben Zettel, auf denen „Ich hasse dich” steht. Zwar meinen sie dies nur abgeschwächt, doch die Empfänger sehen dies ganz anders. Sie ziehen sich immer mehr zurück.”, so der Direktor des Scheiner-Gymnasiums. „Manchmal werden Schüler oder Schülerinnen so sehr gemobbt, dass sie sich nicht mehr in die Schule trauen.” Meistens können die Lehrer nicht helfen, da solche Aktionen hinter dem Rücken des Lehrers geschehen, so der Direktor.

Bei manchen Konflikten zwischen Schülern könnten Streitschlichter, auch Mediatoren genannt, helfen. Am Scheiner-Gymnasium besteht eine solche Einrichtung, in der Schüler speziell darin ausgebildet sind, mit beiden Streitparteien nach einer Lösung zu suchen. Die Lehrer freuen sich über das Engagement von Schülern und halten es für sinnvoll, da die Schüler besser miteinander kommunizieren können. Jedoch kommen nur vereinzelt Schüler von sich aus zu den Mediatoren, obwohl das sicher ein guter Weg wäre.

Julia Störkle, Jessica Fahn, Vanessa Hoen, Marina Huber,
Christoph-Scheiner-Gymnasium Ingolstadt